

Vom Klang her komme ich - zum Klang hin gehe ich... (Petra Ohl)
Petra Ohl - Lyrik
Lyrik im Internet - ein scheinbarer Widerspruch. Aber ist es nicht vielmehr so, daß der Denkende, Schreibende, Dichtende auch gleichsam ein Kommunizierender ist...Nach meiner Beobachtung scheint das Internet - bei aller Unvollkommenheit, bei allen möglichen Gefahren - eine große Chance zu bergen: die Chance zur Vernetzung; die Möglichkeit, guten Gedanken, lichtvollen Wünschen die Bahn zu bereiten. Die Welt in ihren heutigen Darstellungsformen scheint nicht einzuladen zur Hoffnung, - doch nicht einstimmen in die Gesänge der Kritik, der Gewalt, der Vorteilsnahme, heißt nicht gleichzeitig, in Unkenntnis darüber zu sein.
Ich lade ein zur Lyrik - (und zitiere mich selber aus "Purpurfunken"):
"...Was anderes ist Lyrik in ihrem ursprünglichen Sinn, als wortgewordener Klang, in sprachliche Symbole umgesetzte Musik, die auch im Lesen hörbar wird. Denn Lesen ist ein inneres Hören; oder wie Kandinsky formulierte 'Das Wort ist ein innerer Klang.'
Was anderes will Lyrik - ganz unabhängig davon, ob sie sich einer scheinbar anachronistischen oder einer zeitgemäßen Form bedient -, als die Sinne ihrer Empfänger zu richten auf die Harmonie einer Musik, die über das unmittelbar erfahrbare Geschehen hinausgeht."
Dichtung, nicht zum Zwecke der Selbstdarstellung - sondern Dichtung, um den Nächsten zu erreichen; Dichtung, um den Klang der Welt zu ver-dichten. Meine Gedichte sind dicht, ich liebe den spielerischen, schöpferischen Umgang mit Sprache - nicht immer gestattet der Gegenstand der Beobachtung eine feste Sprach-Struktur... und doch hatte ich das Glück, festzustellen: die wahre Freiheit liegt im Versmaß (sogar in Reimen ), denn hier erst kann die Melodie entstehen, die dem Urklang der Schöpfung folgt...